Eine Saison zum Vergessen

Der Aufschwung kam zu spät! Trotz der Siege in den letzten beiden Saisonspielen gegen Bitburg und Wallenborn muss der SV Konz in die A-Klasse absteigen. Die Quote von 1,75 Punkten pro Spiel, die Interimstrainer Stefan Dawen mit seiner Mannschaft in den letzten vier Spielen mit zwei Siegen, einem Remis und einer Niederlage aufzuweisen hat, hätte – über die ganze Saison hochgerechnet –  locker zum Klassenerhalt gereicht. Leider kam der Aufschwung viel zu spät – der Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze war zu diesem Zeitpunkt kaum mehr aus eigener Kraft aufzuholen. Der SV Konz steigt damit nach 21 Jahren in überkreislichen Ligen ab in die Kreisliga A Trier-Saarburg.

In die Bezirksliga ist der SV Konz erstmals 1997 mit Trainer Hoor aufgestiegen, zwei Jahre später dann in die (damalige) Landesliga. Fünf Jahre lang spielte der SV Konz in dieser interessanten Liga eine gute Rolle und schrammte mehrmals nur knapp am Aufstieg vorbei. Nach der Neuordnung der Spielklassen (und Wegfall der Landesliga) reihte sich Konz dann wieder in die Bezirksliga West ein, spielte nach einer holprigen Saison all die Jahre ständig vorne mit, um dann nach elf Jahren Bezirksliga endlich den Aufstieg in die Rheinlandliga zu erreichen. Nach zwei schwierigen Jahren in der Verbandsliga stieg der SV Konz erstmals seit über 30 Jahren wieder ab, erneut in die Bezirksliga. Und nun ein weiterer Abstieg. Nach so vielen Jahren Zugehörigkeit zu überkreislichen Ligen verabschiedet sich der SV Konz nun in die A-Klasse und versucht mit neuer Teamleitung – Thomas Berens und Stefan Becker als Trainer und Co-Trainer – eine gute Saison mit attraktivem Fußball zu spielen natürlich mit dem Ziel, möglichst bald wieder aufzusteigen.

Über die Gründe, die letztendlich zum Abstieg geführt haben, wird nun bei der Aufarbeitung der Saison viel spekuliert. Das vielbeschworene Verletzungspech kann eher nicht angeführt werden; andere Vereine waren und sind davon mindestens genauso betroffen. Die vielen Weggänge vom letztjährigen Kader (aus nachvollziehbaren privaten Gründen, aber auch wegen persönlicher Animositäten) warfen die Mannschaft erwartungsgemäß sportlich zurück. Gerade die Schlüsselpositionen waren aufgrund der knappen Personaldecke teilweise nicht adäquat besetzt. Ob frühere (und häufigere) Einsätze von Trainer Christian Mai – ohne Zweifel ein versierter und verbandsligaerfahrener Kreativspieler – als aktiver Feldspieler mehr Punkte gebracht hätten, wird nun nicht mehr zu beweisen sein. Ebenso, ob ein früherer Wechsel auf der Trainerbank den entscheidenden Erfolg gebracht hätte. Ein Schritt, der der Vereinsführung, die auf Kontinuität setzt und in der Vergangenheit Trainerwechsel immer einvernehmlich vorgenommen hat, ohnehin schwer gefallen ist.

Tatsächlich hat der Mannschaft in vielen Begegnungen auf dem Platz ein Leader gefehlt. Der Wille und die notwendige Motivation bei den Akteuren waren vorhanden; nach jedem Rückschlag in Form von Gegentoren gingen die Köpfe jedoch meist recht früh nach unten, die Mannschaft ergab sich viel zu früh ihrem Schicksal.

Bei ausbleibendem Erfolg nach einer Niederlagenserie litt dann die Atmosphäre zwischen Mannschaft und Trainerteam fühlbar. Als die Stimmung am Boden war, nahte der Anfang vom Ende – der Abstieg in die Kreisliga. Dort stehen nun Begegnungen an gegen Gegner, die sich in der jüngsten Vergangenheit mit unserer zweiten Mannschaft gemessen haben.

Bleibt der Kader weitgehend zusammen und von Abgängen wichtiger Spieler verschont, dürfen wir auch endlich wieder überzeugend herausgespielte Heimsiege erwarten. Auch Stimmung und Atmosphäre rund um das Saar-Mosel-Stadion werden dann wieder in liebgewonnene Bereiche steigen und die Zuschauerzahlen hoffentlich wieder gewohnte Größenordnungen erreichen.

Gemütliches Beisammensein nach dem letzten Saisonspiel